Rundfunkchor Berlin

Ausgezeichnet mit drei Grammy Awards in den Jahren 2008, 2009 und 2011 sowie zwei ECHO-Klassik-Preisen allein im Jahr 2009 zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören der Welt. Als Profiensemble mit 64 festangestellten Sängerinnen und Sängern gibt er jährlich rund 50 Konzerte im In- und Ausland und verfügt über eine unverwechselbare Klangpersönlichkeit aus Homogenität, Wärme und Präzision. Seiner Tradition als ältester Rundfunkchor Deutschlands gemäß sind außerdem CD- und Rundfunkaufnahmen ein wichtiger Teil seiner Arbeit.

Der Schwerpunkt des Rundfunkchores Berlin liegt auf den großen chorsinfonischen Werken. A-cappella-Konzerte, szenische Projekte und Community-Events runden das Programm ab. Das Repertoire reicht von der Renaissance bis zur Gegenwart. Das Ensemble holt vergessene, verdrängte und selten gespielte Werke und Komponisten ans Licht und engagiert sich mit Kompositionsaufträgen für die Zukunft der Chormusik – zuletzt an Qu Xia-Song, Maurico Kagel, Klaus Huber, Wolfgang Rihm, Frank Michael Beyer, Antony Pitts und Mark-Anthony Turnage, Esa Pekka-Salonen, Jonathan Harvey, Eric Whitacre und Brett Dean.

Der Rundfunkchor Berlin arbeitet mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten der Welt zusammen, darunter die Wiener Philharmoniker, die New Yorker Philharmoniker und Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Christian Thielemann oder Daniel Barenboim. In Berlin verbinden ihn besonders intensive Partnerschaften mit den Berliner Philharmonikern sowie mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und ihren Dirigenten.

Seit seiner Gründung im Frühjahr 1925 hat der Rundfunkchor Berlin regelmäßig in konzertanten, aber auch in szenischen Opern- und Operettenaufführungen unter Regisseuren wie Walter Felsenstein, Joachim Herz, Götz Friedrich, Ruth Berghaus und Harry Kupfer mitgewirkt. Dieses Engagement, das die Spontaneität, Körperlichkeit und Bühnenpräsenz des Ensembles herausfordert, kommt auch seinen Konzertauftritten zu Gute. Darum wird es sowohl in der Zusammenarbeit mit Sir Simon Rattle als auch mit eigenen interdisziplinären Projekten im Rahmen seiner Reihe Broadening the Scope of Choral Music konsequent fortgesetzt. Im Mai 2005 kam in diesem Zusammenhang Rodion Shchedrins Liturgie „Der versiegelte Engel“ als Drama für Chor und fünf Tänzer in einer Inszenierung des Berliner Choreographen Lars Scheibner zur Aufführung. Seither gibt es jedes Jahr ein neues Projekt mit Innovationscharakter.

Internationales Aufsehen erregt das Ensemble auch mit neuen Konzertformaten und Projekten im Education-Bereich. Mit seinen Aktivitäten für unterschiedliche Zielgruppen – dem großen Mitsingkonzert in der Philharmonie Berlin, dem LeaderChor Berlin für Führungskräfte, dem Fest der Kulturen für verschiedenste Nationalitäten und Chorkulturen – möchte der Rundfunkchor Berlin möglichst viele Menschen zum Singen bringen. Die Liederbörse für Kinder und Jugendliche ist das Mitsingkonzert für Berliner Schüler. Seine jüngste Initiative "SING!" zielt auf die nachhaltige Vernetzung verschiedener Partner, um das Singen als selbstverständlichen Teil des Schulalltags zu fördern. Mit der Akademie und der Internationalen Meisterklasse Berlin setzt sich der Rundfunkchor Berlin für professionelle Nachwuchssänger und -dirigenten ein.

„In den englischsprachigen Ländern sind die Hauptformen der Künste sprachlicher Natur“, erklärt Simon Halsey den gegenwärtigen Erfolg englischer Künstler wie Sir Simon Rattle auf dem Weltmarkt. „Darum müssen wir klassische Musik besser kommunizieren.“ Der Rundfunkchor Berlin hat als moderner, professioneller Konzertchor diesen Trend zu mehr Dialog und Offenheit erkannt und nimmt unter Simon Halsey den Dialog mit dem Publikum, den Dialog der Kulturen und den Dialog mit den großen Künstlerpersönlichkeiten der Welt mit allen Sinnen auf.