Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Nahezu jedem Konzert des 103-köpfigen Sinfonieorchesters mit einem Durchschnittsalter von ca. 43 Jahren und einem überdurchschnittlichen Anteil von weiblichen Mitgliedern wird mittlerweile ein elektrisierendes Leistungsniveau bescheinigt. Dies und ein markantes künstlerisches Profil verantwortet seit 2002 Marek Janowski als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent. Janowskis Maxime, wonach bei der Vervollkommnung des Orchesterklanges stets noch viel Luft nach oben ist, zeigt Wirkung bis hinein in jedes einzelne Konzert. Das Orchester selbst, aber auch das Publikum und die Medienöffentlichkeit reagieren sehr aufmerksam auf die zyklischen Programme um Schumann, Mozart, Hartmann, Schostakowitsch, Haydn, Henze, Bartók, Ravel, Bruckner, Strauss, Beethoven und Wagner. Die Erwartungen an die gemeinsame Zukunft des Orchesters und des Dirigenten, dem die Musikerinnen und Musiker 2008 die Position des Chefdirigenten auf Lebenszeit angetragen haben, sind höher denn je.

Seit Beginn der Ära Janowski kommen fähige junge Dirigenten der internationalen Musikszene zum RSB nach Berlin. Nach Andris Nelsons, Kristjan Järvi, Yannick Nézet-Séguin, Juraj Valcuha, Vasily Petrenko, Ludovic Morlot, Jakub Hruša und Karel Mark Chichon in den vergangenen Jahren debütieren in der Saison 2013/14 u. a. Alain Altinoglu (nachdem er mit dem RSB bereits im Studio gearbeitet hat), Brandon Keith Brown, Peter Oundjian und Mark Wigglesworth beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Die Gäste, unter ihnen auch Altmeister wie Kurt Masur, Stanislaw Skrowaczewski und Rafael Frühbeck de Burgos, tragen gleichermaßen zum Repertoireprofil des RSB bei. Andrea Marcon aktiviert die Kompetenz des RSB für die Musik der Bach-Zeit, Frank Strobel sorgt für exemplarische Filmmusik-Konzerte, Heiko Mathias Förster erweitert das „Wagner für Kinder“-Engagement des RSB um den „Ring des Nibelungen“.

Wie bei jedem vollgültigen Sinfonieorchester steht die sinfonische Musik aller Epochen von der Vorklassik bis hin zur Moderne im Mittelpunkt der Arbeit. Das RSB ist seit seiner Gründung speziell mit der zeitgenössischen Musik vertraut. Bedeutende Komponisten des 20. Jahrhunderts traten selbst ans Pult dieses Orchesters oder führten als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Wladimir Vogel, Kurt Weill und Alexander Zemlinsky ebenso wie in jüngerer Zeit Krzysztof Penderecki, Peter Maxwell Davies, Friedrich Goldmann, Berthold Goldschmidt, Siegfried Matthus, Matthias Pintscher, Peter Ruzicka, Heinz Holliger, Daniel Schnyder oder Jörg Widmann. Zu den Aufgaben des RSB gehören neben den Berliner Sinfoniekonzerten, Kammerkonzerten, Familienkonzerten, Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen Gastauftritte auf wichtigen nationalen und internationalen Podien. Dort ist das RSB seit mehr als 50 Jahren ebenso zu erleben wie in Berlin. Neben regelmäßigen Tourneen nach Korea und Japan gastiert das Orchester auf europäischen Festivals und in deutschen Musikzentren. Dazu kommen die langjährigen Partnerschaften mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Choriner Musiksommer.

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin geht zurück auf die erste musikalische Funkstunde des deutschen Rundfunks im Oktober 1923. Die Chefdirigenten (u. a. Sergiu Celibidache, Eugen Jochum, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner, Rafael Frühbeck de Burgos) formten einen Klangkörper, der bis 1994 in besonderer Weise die Wechselfälle der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert durchlaufen hat. Seitdem sorgt die im gleichen Jahr gegründete Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH Berlin (roc berlin) auch für das RSB für institutionelle Stabilität. Die roc berlin ist ein Verbund von vier hauptstädtischen Rundfunkklangkörpern (RIAS Kammerchor, Rundfunkchor Berlin, RSB, DSO Berlin), der von Deutschlandradio (40%), der Bundesrepublik Deutschland (35%), dem Land Berlin (20%) und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (5%) gemeinsam getragen wird.