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11.04.2018, 19:30 Uhr
Staatsoper Unter den Linden
The turn of the Screw
Miss Jessel: Anna Samuil
Musikalische Leitung: Daniel Cohen
Inszenierung: Claus Guth
Bühnenbild, Kostüme: Christian Schmidt
Licht: Sebastian Alphons
Prologue, Peter Quint: Stephan Rügamer
Governess: Maria Bengtsson
Miles: Thomas Lichtenecker
Flora: Sónia Grané
Mrs. Grose: Marie McLaughlin
Andere: STAATSKAPELLE BERLIN

ca. 1:45 h | ohne Pause

VORWORT
Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
Referent: Roman Reeger
Eine junge Frau soll sich als Governess auf den Landsitz Bly begeben, um dort für die Erziehung der zwei Waisen Flora und Miles zu sorgen. Auftraggeber ist der Onkel, zugleich Vormund der Waisen, der nicht belästigt werden will und die junge Frau auf absolute Verschwiegenheit über die Vorgänge auf seinem Landsitz einschwört. Tatsächlich geben ihr das Verhalten der beiden Kinder und die Vorkommnisse im Haus Rätsel auf. Auch die Haushälterin Mrs. Grose, die offenbar schon ihr halbes Leben in Bly verbracht hat, scheint ihr nicht ganz durchschaubar. Schließlich glaubt die Governess die schemenhaften Erscheinungen eines Mannes und einer Frau durch die Räume wandeln zu sehen und in ihnen die Geister der ehemaligen Angestellten Peter Quint und Miss Jessel zu erkennen. Dämonische Kräfte scheinen um sich zu greifen und alle Beteiligten heimzusuchen. Am Ende, soviel ist sicher, ist eine Person tot. Alles andere bleibt zu untersuchen …

Brittens ebenso rätselhafte wie eindrucksvolle Kammeroper »The Turn of the Screw« (zu deutsch »Die Drehung der Schraube«) spiegelt in ihrer zersplitterten Struktur die scheinbar fragmentarischen und womöglich verzerrten Wahrnehmungen und Erinnerungen der Protagonistin wider. Jede Szene wirft ein anderes Licht auf das Geschehen, das sich aus der Erinnerungsperspektive der Governess nicht zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen lässt, sondern eher wie ein Puzzle mit fehlenden Teilen erscheint. Henry James, dessen 1898 erschienene, von frühen tiefenpsychologischen Ideen beeinflusste Erzählung als Vorlage für Brittens Oper diente, bezeichnete diese einst mit Understatement als ein »Spiel seltsamer Begegnungen«.