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01.07.2018, 19:00 Uhr
Komische Oper Berlin


13. Jul 2018
11. Okt 2018
03. | 10. Nov 2018
Blaubart
Opéra bouffe in drei Akten [1866]
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Textfassung von Stefan Herheim, Clemens Flick und Alexander Meier-Dörzenbach
Musikalische Leitung Stefan Soltész
Inszenierung Stefan Herheim
Bühnenbild Christof Hetzer
Kostüme Esther Bialas
Dramaturgie Alexander Meier-Dörzenbach
Chöre Jean-Christophe Charron
Licht Phoenix (Andreas Hofer)
Ritter Blaubart Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
König Bobèche Peter Renz
Königin Clémentine Christiane Oertel
Fleurette, danach Prinzessin Hermia Vera-Lotte Böcker
Prinz Saphir, anfangs Daphnis Johannes Dunz
Popolani, Alchemist im Dienste Blaubarts Tom Erik Lie
Graf Oscar, Minister des Königs Philipp Meierhöfer
Graf Mariza Christoph Späth
Boulotte, Bäuerin Sarah Ferede
Gevatter Tod Wolfgang Häntsch
Fleurette en miniature Sofia Hovhannisyan
Daphnis en miniature Nuria Alpers
Héloïse Georgina Melville
Eléonore Katarzyna Włodarczyk
Isaure Diemut Wauer
Rosalinde Britta Süberkrüb
Blanche Katrin Hacker
Cupido Manni Laudenbach
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

3 h 30 min inkl. Pause

Über 50 Jahre nach der legendären Inszenierung von Walter Felsenstein und pünktlich zum Jubiläumsjahr legt der norwegische Theaterzauberer Stefan Herheim, der zuletzt mit seinem verrückt-opulenten  Xerxes  das Berliner Publikum begeisterte, seine Version der vielleicht kämpferischsten Operette Offenbachs vor. Mit Wolfgang Ablinger-Sperrhacke in der Titelpartie gibt einer der wandlungsfähigsten Charaktertenöre unserer Tage sein Debüt an der Komischen Oper Berlin.  Frauenprobleme überall – aufgrund der allumfassenden Blödheit seines Sohnes ist König Bobèche zwecks Thronfolgesicherung auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Königstochter. Die Schäferin Fleurette wird als hinreichend tochternhaft erkannt, kurzerhand als Hermia akkreditiert und im Königsschloss mit dem Traumschwiegersohn Saphir vermählt. Auch bei Blaubart ist Not an der Frau: Der Gattin Nr. 5 bereits überdrüssig, schickt er seinen alchemistischen Handlanger Popolani wie so oft auf Suche nach einer würdigen Nachfolgerin. Die robuste Bäuerin Boulotte lässt sich vom legendären Frauenverschleißer nicht bange machen, eher schon von endloser Langeweile an der Seite Popolanis, der bereits ihre Vorgängerinnen aus eigennützigen Gründen in nicht ganz so ewigen Schlaf versetzt hat. Angeführt von Boulotte proben Blaubarts Verflossene den Aufstand! Bei so viel Frauenpower hat selbst der übelste Bösewicht bald nichts mehr zu lachen ... oder vielmehr gerade darum?!
Der Barbe-bleue (Blaubart) des Märchens kann etymologisch auf den altfranzösischen Barbeu (Werwolf) bezogen werden, der sich wiederum als pelztragendes Schaf entpuppen mag. Genau in diesem Wechselspiel zwischen Grauen und Komik wurzelt der Blaubart- Erfolg im dekadenten Paris in der Dämmerung der zweiten Kaiserzeit: Man lacht über die eigene Unzulänglichkeit, als hätte man schon Karl Kraus’ Diktum verinnerlicht: »Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird.« Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
In einer Textfassung und musikalischen Einrichtung von Stefan Herheim, Clemens Flick und Alexander Meier-Dörzenbach