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11.03.2018, 20:00 Uhr
Tischlerei Deutsche Oper Berlin
Jazz & Lyrics: Herz der Finsternis
Eine Redux-Fassung des Weltliteraturklassikers von Joseph Conrad als Jazzmelodram

Artists’ Lounge: Treffen Sie die Künstlern im Anschluss an die „Jazz & Lyrics“-Veranstaltungen und kommen Sie bei Drinks und Musik ins Gespräch.
Präsentiert von ZITTY - Das Wochenmagazin für Berlin

„Ich hob den Kopf. Die Mündung war von einer schwarzen Wolkenbank umlagert und die ruhige Wasserstraße, die zu den letzten Enden der Welt führte, strömte düster unter bedecktem Himmel dahin wie in das Herz einer ungeheuren Finsternis.“
Eine Reise ins unheimlich Unbekannte des afrikanischen Kontinents, zugleich ins Unbewusste der westlichen Zivilisation und ihrer scheinbar so aufgeklärten Protagonisten beschreibt Joseph Conrad in seiner weltberühmten Erzählung „Herz der Finsternis“. Der Seemann Marlow schildert seine Kongofahrt in einem maroden Dampfschiff, an dessen äußerstem Außenposten er schließlich deren Leiter, den legendären Kurtz trifft, der dem Land und seinen Leuten mit ominösen Verfahren das begehrte Elfenbein abpresst. Auf seiner unfallreichen Flussfahrt bedrohen Marlow die gefährlichen Untiefen des Flusses und die undurchdringliche Vegetation des Dschungels oder umschwirren ihn tödliche Pfeile, ausgesandt von unsichtbaren Bögen. Und auch dem einst so mächtigen Kurtz droht ein Ende in Fieber und Krankheit. Conrads Roman entwirft ein vielschichtiges Bild Zentralafrikas auf dem Höhepunkt des Kolonialismus und schildert die hemmungslose Ausbeutung des Kontinents und seiner Bewohner durch die weißen Kolonialherren in düster-suggestiven Farben. Die Reise – scheinbar entworfen als Abenteuergeschichten in der literarischen Tradition der englischen Seefahrererzählungen – dient dem Autor als Folie eines inneren Weges: des Abstiegs in die erschreckenden Untiefen der menschlichen Psyche. Aus diesem Stoff der Weltliteratur hat der renommierte Autor und Performancedichter John von Düffel zusammen mit dem Komponisten Manfred Honetschläger ein Jazzmelodram entwickelt, das die Zuhörer zu eigenen Bildern und Überlegungen einlädt. „Kopfkino“ statt Kriegsfilm wie im Falle von Francis Ford Coppolas legendärer Bearbeitung „Apocalyps Now“. Die BigBand der Deutschen Oper Berlin kann mit der eigens für das Ensemble geschriebenen Musik eine akustische Facette zur langen und fruchtbaren Deutungsgeschichte von Conrads Erzählung beisteuern. Film ab!