Ensemble

Musikalische Leitung
Kirill Karabits
Inszenierung
Richard Jones
Szenische Einstudierung
Elaine Kidd
Bühne
Miriam Buether
Kostüme
Nicky Gillibrand
Licht
Mimi Jordan Sherin
Movement Director
Silke Sense
Chöre
Kinderchor der Deutschen Oper Berlin, Chor der Deutschen Oper Berlin, Jeremy Bines
Leitung Kinderchor
Christian Lindhorst
Boris Godunow
Sir Bryn Terfel
Fjodor
Solisten des Knabenchores der Chorakademie Dortmund
Xenia
Meechot Marrero
Xenias Amme
Maiju Vaahtoluoto
Fürst Wassili Schuiskij
Burkhard Ulrich
Andrej Schtschelkalow
Dong-Hwan Lee
Pimen
Ante Jerkunica
Grigorij Otrepjew
Robert Watson
Warlaam
Alexei Botnarciuc
Schenkwirtin
Annika Schlicht
Missaïl
Jörg Schörner
Gottesnarr
Gideon Poppe
Nikititsch
Andrew Harris
Leibbojar
Ya-Chung Huang
Mitjuch
Stephen Bronk
Grenzpolizist
Samuel Dale Johnson
Orchester
Orchester der Deutschen Oper Berlin

Eine Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden, LondonDer Kinderchor wird unterstützt von der Berliner Volksbank und Dobolino e. V.

Boris Godunow

Politische Prozesse mit ihrer ganz eigenen Dynamik stehen im Zentrum von Modest Mussorgskijs einziger vollendeter Oper BORIS GODUNOW. Zwar schuf er mit der Partie des Zaren Boris eine der eindrücklichsten Opernfiguren überhaupt. Es ist das Portrait eines klugen Herrschers und gütigen Familienvaters, der es mit geschickter Heirat und guter Regierungsarbeit, aber auch der grausamen Bluttat eines Kindermordes auf den Zarenthron gebracht hat. Und zugleich wird das Scheitern dieses Herrschers gezeigt, der, von äußeren Feinden bedrängt, letztlich an seiner inneren Gewissensnot zerbricht.

Boris ist hierbei kein autonomes Individuum, das aktiv das politische Geschehen zu lenken und beeinflussen vermag und letztlich an seinen tragischen Verstrickungen heroisch scheitert. Vielmehr ist er den Zwängen politischer Prozesse unterworfen, die er nur wenig mehr aktiv zu beeinflussen vermag als sein Volk, das, als eine Art zweiter Protagonist des Stückes, von Mussorgskij in beeindruckenden Chorszenen auf die Bühne gebracht wird. Dieses Volk erscheint in seinem Leid unter der absolutistischen Macht von Zar und Adel ebenso wie als rasender Mob in der finalen Revolutionsszene der Oper als eine anonyme, ohne Bewusstsein für die eigene Rolle, Macht und Verantwortung handelnde Masse. Aus dieser löst der Komponist aber immer wieder einzelne Figuren. Mit manchmal nur wenigen Sätzen gelingt es ihm hierbei, ihnen ein individuelles Gesicht und Schicksal zu geben und damit auf Seiten der Herrscher wie der Herrschenden ein differenziertes und ambivalentes Bild von Macht und Ohnmacht individuellen Handelns zu zeichnen.

Es inszenierte der englische Regisseur Richard Jones. Er arbeitet regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden, und hat unter anderem an der New York City Opera, der English National Opera, den Opernhäusern in Amsterdam und Frankfurt und bei den Bregenzer Festspielen gearbeitet. Sein Berliner Debüt gab er 2004 mit Alban Bergs WOZZECK an der Komischen Oper Berlin. Mit BORIS GODUNOW hat er erstmals an der Deutschen Oper Berlin inszeniert.

Fassung von 1869 („Ur-Boris“)
Oper in vier Teilen / sieben Bildern
Libretto von Modest P. Mussorgskij nach Alexander Puschkins Drama
sowie Nikolai Karamsins „Geschichte des russischen Reiches“
Uraufführung der Fassung von 1874 am 8. Februar 1874 in St. Petersburg
Uraufführung der Fassung von 1869 am 5. März 1929 in Moskau
Premiere am Royal Opera House Covent Garden, London, am 13. März 2016.
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 17. Juni 2017

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts