Ensemble

Musikalische Leitung
Stephan Zilias
Inszenierung, Bühne
Ersan Mondtag
Kostüme
Annika Lu Hermann, Ersan Mondtag
Licht
Rainer Casper
Chöre
Chor der Deutschen Oper Berlin, Jeremy Bines
Choreografie
Rob Fordeyn
Dramaturgie
Lars Gebhardt
Luzifer
Thomas Lehman
Gottes Stimme
Jonas Grundner-Culemann
Das Echo der Rätselstimmung
Rachel Park
Die Rätselstimmung
Irene Roberts
Der Mund, der große Worte spricht
Thomas Blondelle
Der Missmut
Anna Buslidze
Die große Hure
Flurina Stucki
Das Tier in Scharlach
Michael König
Die Lüge
Thomas Blondelle
Der Hass
Seth Carico
Eine Stimme
Thomas Lehman
Tänzer*innen
Vasna Felicia Aguilar, Derrick Amanatidis, Giorgia Bovo, Vincent Clavaguera, Ana Dordevic, Daphne Fernberger, György Jellinek, Leo Lin, Yuri Shimaoka, Joel Donald Small, Ashley Wright, Ulysse Zangs
Orchester
Orchester der Deutschen Oper Berlin

Präsentiert von rbbKultur, taz, tip und Fleurop und ddkultur.2020

Antikrist / Vorstellung abgesagt

In eine gottlose Welt tritt der Antichrist. Angerufen von Luzifer selbst offenbart er sich in vielerlei Gestalt: Durch Hoffart, Missmut, Begierde, Lüge und Hass wird die Menschheit im „Streit aller gegen alle“ geprüft und versucht. Doch am Schluss setzt die Stimme Gottes dem Antichrist ein Ende: „Hephata!“ / „Öffne dich!“ – die Welt scheint gereinigt.

Rued Langgaards Anfang der 1920er Jahre komponierte und bis 1930 grundlegend überarbeitete „Kirchenoper“ ist ein Monolith im Schaffen des Komponisten, das an aufregenden und ungewöhnlichen Werken nicht arm ist. Ausgehend von der Offenbarung des Johannes entwirft er ein endzeitlich geprägtes Mysterienspiel, das den Zeitgeist des Fin de Siècle nicht verhehlen kann. Dementsprechend geschichtspessimistisch lässt sich sein hochsymbolistischer, voller Assoziationen steckender Text lesen. Doch die schillernde Musik – vom spätromantischen, großen Orchesterklang geprägt, der aber auch immer wieder in sich zusammenfällt und aus dem karg und nüchtern Details herausgearbeitet werden – bringt Hoffnung in die dunkle Welt. Der künstlerische Einzelgänger Langgaard hat hier zu einem Personalstil gefunden, der zwar an Strauss und Wagner erinnert, aber auch seine Zeitgenossen Hindemith und Schönberg nicht verleugnet.

Regisseur Ersan Mondtag gibt sein Berliner Operndebüt – die ungemein kräftige Bildsprache des mehrfachen „Nachwuchsregisseur des Jahres“ [Theater heute], dessen Arbeiten mehrfach beim Theratertreffen zu sehen waren, scheint mit ihrer Überästhetisierung wie geschaffen für Langgaards Endzeit-Mysterium.

Kirchenoper in zwei Akten und sechs Bildern. Libretto vom Komponisten. Revidierte Fassung, BVN 192 (1930).
Szenische Uraufführung am 2. Mai 1999 am Tiroler Landestheater in Innsbruck


empfohlen ab 16 Jahren

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts