Deutsche Oper Berlin
Salome
Oper
Bismarckstraße 35, 10627 Berlin
Richard Strauss
© Bettina Stöß
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Beschreibung
Claus Guth verbannt sämtlichen Orientalismus und betrachtet seine Titelheldin mit sezierendem, psychoanalytischem Blick. Salome steigt hinab in die Abgründe ihrer Jugendzeit, in der sich Übergriffe ihres Stiefvaters tief in ihre Seele gegraben haben. Und aus diesen Tiefen heraus schafft sie sich ihren Retter Jochanaan, mit dem sie den Kampf gegen den verhassten Vater aufnehmen kann …
Als Salomé von Oscar Wilde 1896 in Paris zum ersten Mal auf die Bühne kam, verbüßte der Autor in London eine Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“. In Großbritannien und auch in den deutschsprachigen Ländern waren nur Privataufführungen des skandalumwitterten Stücks möglich. Eine solche besuchte Richard Strauss 1902 in Max Reinhardts „Kleinem Theater“ in Berlin. Ein Jahr später entschied er sich dazu, Wildes Text zur Grundlage eines Operneinakters zu machen. Die Uraufführung der Salome 1905 in Dresden war ein durchschlagender Erfolg für den Komponisten. Er fordert darin das Genre heraus: Eine rauschhafte und liebestrunkene Musik kontrastiert das denkbar grässlichste, monströseste Geschehen.
Die Oper beginnt ohne Vorspiel, und wir werden direkt in Salomes Welt hineinkatapultiert. Salome lebt in einer perfekten bürgerlichen Welt. Sie ist die Tochter der Herodias. Mit ihr lebt sie bei ihrem Stiefvater Herodes – ein mächtiger Mann in einer Männerwelt. Und er hat ein ganz besonderes Verhältnis zu seiner neuen Tochter, der kleinen Prinzessin. Und sie zu ihm. In dieser Familienkonstellation wächst das Kind Salome heran. Und in der Nacht, wenn alle anderen schlafen, imaginiert sie sich ihre eigene Welt. Sie nimmt den Kampf mit ihrem neuen Vater auf, der sie einschüchtert, der sie begehrt, der mit ihr spielt. Diesen Vater, diesen Mann will sie besiegen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, und sie schaut sich selbst zu, wie sie spielt: Vater, Mutter, Kind. Das ist eine hochexplosive Welt, in die sie sich hineinträumt. Aus diesen dunklen Träumen heraus erschafft sich Salome in der Nacht eine Gestalt, einen Gegenentwurf zu der Welt, in der sie sich befindet. Dieses Wesen ist Jochanaan. In dem Familienspiel fungiert er als der Anti-Vater, als die Waffe gegen den Vater, als Erlöser- und Retterfigur. Und wenn der Tag anbricht, sitzt Jochanaan mit Vater, Mutter und dem kriegerischen Kind mit am Tisch. Gemeinsam mit Jochanaan wird Salome diese Ordnung aufsprengen.
Salome ist die erste Arbeit von Claus Guth an der Deutschen Oper Berlin. Seit 1999, als er bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg Cronaca del luogo von Luciano Berio inszenierte, gehört er zu den gefragtesten Opernregisseuren der Welt. Salzburg, wo er unter anderem die „Da Ponte Trilogie“ (mit Anna Netrebko als Susanna in Le nozze di Figaro) inszenierte, Bayreuth (Der fliegende Holländer 2003), Zürich, Mailand, München, Hamburg, Frankfurt, Dresden und das Theater an der Wien gehören zu seinen regelmäßigen Stationen wie auch die Staatsoper im Schillertheater.
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Salome - Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss
Text vom Komponisten nach dem Drama Salomé von Oscar Wilde in der Übersetzung von Hedwig Lachmann
In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln
Als Salomé von Oscar Wilde 1896 in Paris zum ersten Mal auf die Bühne kam, verbüßte der Autor in London eine Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“. In Großbritannien und auch in den deutschsprachigen Ländern waren nur Privataufführungen des skandalumwitterten Stücks möglich. Eine solche besuchte Richard Strauss 1902 in Max Reinhardts „Kleinem Theater“ in Berlin. Ein Jahr später entschied er sich dazu, Wildes Text zur Grundlage eines Operneinakters zu machen. Die Uraufführung der Salome 1905 in Dresden war ein durchschlagender Erfolg für den Komponisten. Er fordert darin das Genre heraus: Eine rauschhafte und liebestrunkene Musik kontrastiert das denkbar grässlichste, monströseste Geschehen.
Die Oper beginnt ohne Vorspiel, und wir werden direkt in Salomes Welt hineinkatapultiert. Salome lebt in einer perfekten bürgerlichen Welt. Sie ist die Tochter der Herodias. Mit ihr lebt sie bei ihrem Stiefvater Herodes – ein mächtiger Mann in einer Männerwelt. Und er hat ein ganz besonderes Verhältnis zu seiner neuen Tochter, der kleinen Prinzessin. Und sie zu ihm. In dieser Familienkonstellation wächst das Kind Salome heran. Und in der Nacht, wenn alle anderen schlafen, imaginiert sie sich ihre eigene Welt. Sie nimmt den Kampf mit ihrem neuen Vater auf, der sie einschüchtert, der sie begehrt, der mit ihr spielt. Diesen Vater, diesen Mann will sie besiegen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, und sie schaut sich selbst zu, wie sie spielt: Vater, Mutter, Kind. Das ist eine hochexplosive Welt, in die sie sich hineinträumt. Aus diesen dunklen Träumen heraus erschafft sich Salome in der Nacht eine Gestalt, einen Gegenentwurf zu der Welt, in der sie sich befindet. Dieses Wesen ist Jochanaan. In dem Familienspiel fungiert er als der Anti-Vater, als die Waffe gegen den Vater, als Erlöser- und Retterfigur. Und wenn der Tag anbricht, sitzt Jochanaan mit Vater, Mutter und dem kriegerischen Kind mit am Tisch. Gemeinsam mit Jochanaan wird Salome diese Ordnung aufsprengen.
Salome ist die erste Arbeit von Claus Guth an der Deutschen Oper Berlin. Seit 1999, als er bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg Cronaca del luogo von Luciano Berio inszenierte, gehört er zu den gefragtesten Opernregisseuren der Welt. Salzburg, wo er unter anderem die „Da Ponte Trilogie“ (mit Anna Netrebko als Susanna in Le nozze di Figaro) inszenierte, Bayreuth (Der fliegende Holländer 2003), Zürich, Mailand, München, Hamburg, Frankfurt, Dresden und das Theater an der Wien gehören zu seinen regelmäßigen Stationen wie auch die Staatsoper im Schillertheater.
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Salome - Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss
Text vom Komponisten nach dem Drama Salomé von Oscar Wilde in der Übersetzung von Hedwig Lachmann
In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln
Besetzung
Keri-Lynn Wilson
Musikalische Leitung
Claus Guth
Inszenierung
Muriel Gerstner
Bühne, Kostüme
Olaf Freese
Licht
Sommer Ulrickson
Choreografie
Thomas Blondelle
Herodes
Evelyn Herlitzius
Herodias
Olesya Golovneva
Salome
Jordan Shanahan
Jochanaan
Kieran Carrel
Narraboth
Annika Schlicht
Ein Page
Chance Jonas-O'Toole
1. Jude
Thomas Cilluffo
2. Jude
Jörg Schörner
3. Jude
Kangyoon Shine Lee
4. Jude
Gerard Farreras
5. Jude
Byung Gil Kim
1. Nazarener
Geon Kim
2. Nazarener
Andrew Harris
1. Soldat
Tobias Kehrer
2. Soldat
Stephen Marsh
Ein Cappadocier
Thomas Cilluffo
Ein Sklave
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Opernballett der Deutschen Oper Berlin
Termine
Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35, 10627 Berlin
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