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14.03.2018, 19:30 Uhr
Staatsoper Unter den Linden


04. | 08. | 10. | 17. Mär 2018
Salome
Musikalische Leitung: Christoph von Dohnányi
Inszenierung: Hans Neuenfels
Bühnenbild, Kostüme: Reinhard von der Thannen
Choreographie: Sommer Ulrickson
Licht: Stefan Bolliger
Dramaturgie: Henry Arnold, Roman Reeger
Herodes: Gerhard Siegel
Herodias: Marina Prudenskaya
Salome: Ausrine Stundyte
Jochanaan: Thomas J. Mayer
Narraboth: Nikolai Schukoff
Page der Herodias: Annika Schlicht
Erster Jude: Dietmar Kerschbaum
Zweiter Jude: Michael Smallwood
Dritter Jude: Linard Vrielink
Vierter Jude: Andrés Moreno García
Fünfter Jude: David Oštrek
Erster Nazarener: Adam Kutny
Zweiter Nazarener: Ulf Dirk Mädler
Erster Soldat: Gyula Orendt
Zweiter Soldat: Dominic Barberi
Ein Cappadocier: David Oštrek
Sklave: Corinna Scheurle
Ein Schauspieler: Christian Natter
Andere: Staatskapelle Berlin

VORWORT
Werkeinführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn
Referent: Roman Reeger


Einführungsmatinee am 25. Februar 2018
In einem Umfeld aufgewachsen, das keinerlei Mäßigung und Hemmungen kennt, ist die exzentrische Prinzessin Salome fasziniert von der Andersartigkeit des moralisch integren und asketisch lebenden Propheten Jochanaan, den ihre Mutter Herodias und ihr übergriffiger Stiefvater Herodes gefangen halten. Als Jochanaan Salomes von Liebeslust durchtränkte Annäherungsversuche brüsk zurückweist, entwickelt sie eine regelrechte Obsession und nutzt die Lüsternheit ihres Stiefvaters, um ihren Willen durchzusetzen: Da Herodes versprochen hat, Salome für den erotischen »Tanz der sieben Schleier« jeden Wunsch zu erfüllen, verlangt sie nun als Gegenleistung Jochanaans Kopf auf einem Silbertablett. In rasendem Wahn küsst sie dessen leblose Lippen und erfüllt sich so ihr sinnliches Begehren – bis Herodes den Befehl gibt, Salome zu töten.


Zwischen feinnervigem Psychogramm und der Darstellung rauschhafter, zügelloser Wollust changierend, gelang Richard Strauss mit seiner Adaption von Oscar Wildes skandalös- schockierendem Décadence-Drama 1905 sein erster, überwältigender Erfolg als Opernkomponist. In aufreizend ekstatischen Klangvisionen gießt er die hitzig aufgeladenen Gefühlswogen und tiefen seelischen Abgründe seiner exzentrischen Titelheldin in eine irisierende, teils auch schroffe Musik, die mit drastischer Klangmacht des gewaltigen Orchesterapparats nicht nur den seelischen Verfall und die Verführungskraft Salomes, sondern auch ihre sonstige Gefühlskälte und Jochanaans pathetische Anklagen auf aufregende wie verstörende Art und Weise einzufangen weiß.