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27.05.2018, 19:00 Uhr
Deutsche Oper Berlin
zum letzten Mal in dieser Spielzeit


Don Carlo
Oper in vier Akten
Libretto von Joesph Méry und Camille du Locle nach Friedrich Schillers Tragödie
Uraufführung der italienischen Fassung von Achille de Lauzières am 10. Januar 1884 in Mailand
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 23. Oktober 2011
Musikalische Leitung Ido Arad
Inszenierung, Bühne, Licht Marco Arturo Marelli
Kostüme Dagmar Niefind
Chöre Jeremy Bines
Don Carlo Yosep Kang
Rodrigo, Marquis von Posa Etienne Dupuis
Graf von Lerma / Herold N. N.
Der Großinquisitor Matthew Rose
Ein Mönch Marko Mimica
Elisabeth von Valois Anja Harteros
Prinzessin Eboli Elena Zhidkova
Stimme von oben Siobhan Stagg
1. Flandrischer Deputierter Sam Roberts-Smith
2. Flandrischer Deputierter Philipp Jekal
3. Flandrischer Deputierter Byung Gil Kim
4. Flandrischer Deputierter Dong-Hwan Lee
5. Flandrischer Deputierter Dean Murphy
6. Flandrischer Deputierter Derek Welton

3 Stunden 30 Minuten / Eine Pause

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts
Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

Man weiß, dass Giuseppe Verdi sich als kritischer Geist nicht nur mit den Zeitläuften seiner Epoche herumgeplagt hat, sondern sehr wohl auch dem eigenen Schaffen mit stetig überarbeitungsbereiter Skepsis begegnet ist.

Keine andere seiner Opern hat er so häufig redigiert, gekürzt, umgestellt und neugefasst wie ausgerechnet diejenige, die durch ihr engmaschiges Gewirk aus politischen, religiösen und gesellschaftlichen Zwängen am ehesten an die Unausweichlichkeiten des griechischen Dramas heranreicht und damit seine düsterste geworden ist: DON CARLO.

Fast zwanzig Jahre liegen zwischen dem Kompositionsbeginn 1865 und der Mailänder Aufführung jener vieraktigen Fassung, die heute die meistgespielte ist. Verdi plagte sich dabei nicht nur mit den beiden Sprachen und ihren so verschiedenen Ausdrucksgestus, sondern versuchte auch immer wieder durch Kürzungen und Umstellungen zum optimalen Ergebnis zu gelangen. So bringt es die Schillers Drama in weiten Teilen getreue Oper auf nicht weniger als sieben Versionen.

Das Licht der Vernunft freilich sieht man in keiner aufscheinen. Gefangene ihrer Zwänge, Gefangene in selbstangelegten Zügeln, Gefangene aber vor allen Dingen einer stets tödlich drohenden geistlichen Macht, der selbst die weltliche Herrschaft nicht gewachsen ist – die Ausweglosigkeit menschlicher Verstrickungen in diesem Netzwerk des Terrors bringt Verdi elementar auf den Punkt: Freiheit verspricht allenfalls der Tod.