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18.06.2017, 16:00 Uhr
Konzerthaus Berlin - Großer Saal

Konzerthausorchester Berlin, Iván Fischer
mit Pause

Melancholisch, aber zielstrebig erhebt sich die Stimme der Solovioline über geheimnisvoll verschleiertem Streichertremolo. So beginnt das einzige Violinkonzert des finnischen Komponisten Jean Sibelius (1865-1957). Man kann in diesen Anfang durchaus einen einsamen Wanderer durch nördliche Nebelschwaden hineinlesen – selbst wenn Musikwissenschaftler Sibelius’ Tonsprache nicht als spezifisch „nordisch“ charakterisieren, sondern von Spätromantik sprechen. Bei der Uraufführung 1903 in Helsinki fiel das Stück erst einmal durch, zwei Jahre später in Berlin war es überarbeitet erfolgreicher. Es dauerte allerdings Jahrzehnte, bis berühmte Solisten wie Jascha Heifetz und David Oistrach dem Violinkonzert zu seiner heutigen Beliebtheit und Bedeutung verhalfen. Jean Sibelius’ bekannter, sehr kurzer Konzertwalzer „Valse Triste“ von 1904 war ursprünglich Teil einer Bühnenmusik. Zum echten Kölner Theaterskandal wurde 1926 die Uraufführung von Béla Bartóks „Der wunderbare Mandarin“. Oberbürgermeister Adenauer veranlasste die Absetzung des Stücks. Dem zukünftigen Bundeskanzler und konservativ-kirchlichen Kreise erschien zu drastisch, was Bartók (1881-1945) lediglich als Metapher seiner gefühlskalten Epoche verstand: Drei Zuhälter, die ein junges Mädchen als Lockvogel benutzen, um unvorsichtige Freier auszurauben und ein mysteriöser reicher Chinese, an dem der Raubmord erst gelingt, als laut Komponist „das Mädchen seinen weiblichen Instinkten folgt und ihm zu Willen ist“. Die Musik zu der einaktigen Tanzpantomime zählte Bartók selbst zu seinen besten Werken.

Jean Sibelius - „Valse triste“ op. 44
Jean Sibelius - Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
Pause
Béla Bartók - „Der wunderbare Mandarin“ - Pantomime für Orchester op. 19