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06.05.2017, 21:00 Uhr
Tischlerei Deutsche Oper Berlin
Premiere
Aus dem Hinterhalt: Der fliegende Holländer
Late-Night-Performances zur Großen Oper
Konzept, Künstlerische Leitung Alexandra Holtsch
Raumkonzept Sabine Mader
Dramaturgie Sebastian Hanusa
Konzept, Komposition, Gitarre Caspar Brötzmann
Konzept, Komposition, Klavier Christoph Coburger
Performance Susanne Husemann
Hingepresstes Zwischenstück Sonja Bender

*) Alle Ermäßigungsberechtigten erhalten Karten zum ermäßigten Preis von € 10,00 bereits im allgemeinen Vorverkauf. Bei Webbuchung wählen Sie bitte nach Auswahl des Platzes die Verkaufsart „ermäßigt“ im Pull-Down-Menu unter dem Saalplan. Bitte halten Sie einen entsprechenden Nachweis für die berechtigte Inanspruchnahme der Ermäßigung zur Kontrolle durch das Einlasspersonal bereit.

Der Gegner ist übermächtig und nur AUS DEM HINTERHALT heraus zu bezwingen: Fünf Premieren im Großen Haus der Deutschen Oper Berlin. Fünf Säulen des Repertoires, die so schnell nichts erschüttert. Doch an fünf Abenden wird jeweils eines der Stücke ins Visier genommen. Sänger und Musiker der Deutschen Oper Berlin legen sich zusammen mit Gastkünstlern verschiedenster Sparten und unter der Leitung von Alexandra Holtsch auf die Lauer. Sie befragen die Stücke und Kommentare ab, schreiben Musik neu oder arrangieren Altes neu. Dabei sind mal die bekannteste Arie, mal ein Sujet, eine Bühnenfigur oder ein Requisit Ausgangspunkt und Material. Es entstehen Musiktheaterabende, die ergänzen oder widersprechen, es findet sinnliches Forschen und (Unter)Suchen als Reform, Denkanstoß und Late-Night-Show statt!

Erlösung aus Liebe war eines der großen Themen von Richard Wagner – mit dem Sehnen und der sich erst im Tod erfüllende Utopie des eigentlich unerreichbaren. Erstmals auf die Bühne gebracht hat er dieses Thema mit seiner 1843 uraufgeführten romantischen Oper. IM HINTERHALT interpretieren Caspar Brötzmann und Christoph Coburger das Thema aus einer heutigen, persönlichen Lebenserfahrung und vor dem Horizont ihrer eigenen musikalischen Erfahrung neu. Dabei sind die Atmosphäre der Oper und deren musikalische Energieverläufe der Ausgangspunkt für Brötzmanns hochvirtuoses und oft brachiales Gitarrenspiel wie auch für Coburgers Klaviermusik. Beide spielen im Dialog mit einem vorproduzierten Tonband – immerhin gilt für diesen Hinterhalt seitens der Musik: „Alles analog“ – sowie dem Jugendchor der Deutschen Oper Berlin mit einer Musik, die Paraphrase und Variation Wagnerscher Originalmusik ist und zugleich ein ganz eigener Kommentar zur Frage der Erlösung.

Den Musikern Caspar Brötzmann und Christoph Coburger steht Susanne Husemann zur Seite, die in ihrer Performance sich der Figur der Senta und dem Thema der Erlösung widmet. Für Susanne Husemann ist Senta „keine Träumerin“, vielmehr ist sie eine Figur, die mit ihrem Tun das Immergleiche der Welt überwindet und in einen Horizont von Unendlichkeit und Ewigkeit überführt. Sie ist eine Frau, die den Begriff der Erlösung als gänzlich Anderes einer verwalteten Welt gegenüberstellt, für die die „Klippe am Meer“ zum Sprungbrett in eine transzendente Welt wird und die mit ihrer Liebe die Kraft hat, auf radikale Weise eine Utopie lebt, die die Welt des Alltäglichen verwandelt.