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06.05.2017, 20:00 Uhr
Philharmonie Berlin
Münchener Kammerorchester e.V.

Alexander Liebreich
Alexander Liebreich
N.N., Sopran
N.N., Tenor
N.N., Bass
Simona Šaturová, Sopran
Benjamin Bruns, Tenor
Stephan Genz, Bariton
Michael Gläser Choreinstudierung
19.00 Uhr Konzerteinführung
Zuviel Theater, zu wenig Kirche? Eine allzu freie Adaption der Evangelienberichte mit einem über die Maßen vermenschlichten Gottessohn? Zwar fühlte sich Beethoven von der Kritik übel verleumdet und durchaus „infamiter behandelt“, wie er zornig konstatierte, doch insgeheim hatten seine Selbstzweifel Nahrung erhalten. Schon ein Jahr nach der Uraufführung im April 1803 unterzog er die Partitur zu Christus am Ölberge einer tiefgreifenden Überarbeitung und ließ nochmals geraume Zeit verstreichen, ehe er sie Breitkopf & Härtel in Leipzig zum Druck anbietet. Dabei hatten die zeitgenössischen Kunstrichter nicht ein böses Wort über die Musik verloren, vielmehr die ideellen Probleme des Werkes und die offenkundigen Schwächen seines Librettos ins Visier genommen. So auch Carl Friedrich Zelter, der Goethe von einer Berliner Aufführung 1831 berichtet, die dramaturgische Anlage mute zwar fragmentarisch an, die Musik aber sei „wie ein übervolles Herz, ein Puls übermenschlicher Gewalt; ich war ergriffen. Der in den Worten enthaltene Unsinn verschwindet; wohlbekannte Töne erscheinen als nie gehört, man wird hingerissen.“ Zelter zum Trotz – die Würfel waren gefallen, Beethovens einziges Oratorium auf immer in die Hinterzimmer des Repertoires verbannt. Mit ihrem jüngsten Gemeinschaftsprojekt bieten RIAS Kammerchor und Münchener Kammerorchester nun die seltene Gelegenheit, den epochalen Sinfoniker von seiner verborgensten Seite kennenzulernen. Im Gegenüber mit Arvo Pärts Te Deum aus dem Jahr 1984, einer seiner komplexesten Arbeiten, über deren vielfältige stilistische Einflüsse der Komponist sagt, sie entsprängen der „Suche nach etwas ständig Entgleitendem, nach etwas, was längst verloren ist oder noch nicht gefunden.“