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06.04.2017, 19:30 Uhr
Kühlhaus Berlin
Kammerkonzert
Richard Strauss - Erwin Schulhoff - Pjotr Iljitsch Tschaikowsky
Richard Strauss Sextett für Streicher aus der Oper "Capriccio"
Erwin Schulhoff Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky "Souvenir de Florence" - Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli d-Moll op. 70
Spannungen zu sechst
„Noch nie hat Gott der Natur so viel Schönes verliehen wie in diesem Sommer. Meine Blumen blühen zahlreich wie noch nie …“, schwärmte Tschaikowsky im Juni 1890 aus seinem Garten in Russland gegenüber der Gönnerin Nadeshda von Meck. Die sommerliche Pracht strahlt aus dem Streichsextett schier heraus, das Tschaikowsky just in dieser Hochstimmung komponierte. Er nannte das Werk „Souvenir de Florence“, was für eine originelle Idee, sich sein eigenes Souvenir nach dem Besuch der italienischen Kunstmetropole herzustellen. Die Abreise aus Italien geschah im Frühjahr 1890 nämlich überstürzt, nachdem Tschaikowskys Inkognito aufgeflogen war und er vor den Einladungen zu diversen Abendgesellschaften nach Hause fliehen musste.
Richard Strauss’ Sextett aus der Oper „Capriccio“ (Laune, Grille, Einfall) verkörpert aufs feinste ziselierten Streicherklang, der sich schwebend in betörendem Gesang verliert. Am 28. Oktober 1942, als Strauss’ „Konversationsstück für Musik“ in München uraufgeführt wurde, war sein 30 Jahre jüngerer Kollege Erwin Schulhoff genau seit 72 Tagen tot, umgekommen im KZ Wülzburg im bayerischen Weißenburg. Das Streichsextett von Schulhoff, der vielleicht eindrucksvollste Gattungsbeitrag seit Brahms und Schönberg, wurde am 20. Juli 1924 „vormittags 11 1/4 Uhr” in Donaueschingen uraufgeführt, es spielte das Zika-Quartett aus Prag, unterstützt von Paul und Rudolph Hindemith an zweiter Bratsche und zweitem Cello.