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22.04.2017, 19:30 Uhr
Komische Oper Berlin

10. Jun 2017
16. Jul 2017
Der Jahrmarkt von Sorotschinzi
Oper in drei Akten [1880/1932] | In russischer Sprache
Libretto vom Komponisten nach der Erzählung von Nikolai W. Gogol
nach dem Autograf des Komponisten rekonstruiert von Pawel Lamm, vervollständigt und instrumentiert von Wissarion J. Schebalin
Musikalische Leitung Henrik Nánási
Inszenierung Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme Katrin Lea Tag
Dramaturgie Ulrich Lenz
Chöre David Cavelius
Licht Diego Leetz
Tscherewik, ein Bauer Jens Larsen
Chiwrja, seine Frau Agnes Zwierko
Parasja, Tochter des Tscherewik Mirka Wagner
Gevatter Tom Erik Lie
Grizko, Bauernbursche Alexander Lewis
Afanassi Iwanowitsch Ivan Turšić
Zigeuner Hans Gröning
Tschernobog, Oberteufel Carsten Sabrowski
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin
Vocalconsort Berlin

Trinklieder, Tänze, Volksgesänge und ein wilder Hexensabbat – das Volk als überschäumende Quelle der Energie steht im Mittelpunkt von Mussorgskis temporeicher und in der Sprung-haftigkeit ihrer Handlung überaus eigenwilliger Oper. Vom Komponisten unvollendet hinterlassen, konnte dieses komisch-groteske Meisterstück erst viele Jahre nach Mussorgskis Tod uraufgeführt werden. An der Komischen Oper und damit in Berlin zum letzten Mal im Jahre 1948 zu erleben, erscheint es jetzt in einer Neuinszenierung von Chefregisseur Barrie Kosky.

Die Mär von einem trunksüchtigen Teufel auf der Suche nach seinem roten Kittel versetzt abergläubische Bewohner und Durchreisende im ukrainischen Dörfchen Sorotschinzi in Angst und Schrecken, darunter auch den Bauern Tscherewik. Dessen Tochter Parasja liebt den Bauernburschen Grizko, darf ihn aber nicht heiraten, weil die streitsüchtige, ihren Mann Tscherewik fortwährend schikanierende Stiefmutter Chiwrja einen einfachen Bauernburschen für eine schlechte Partie hält. Doch wer den Aberglauben recht zu nutzen weiß, kommt mit und ohne Teufel an das gewünschte Ziel …

»Schlichte Geschehnisse« in loser, auf kausale Zusammenhänge verzichtender Folge sind es, die Mussorgski in seiner als Torso hinterlassenen Oper mit prallem, volkstümlichem Leben füllt. Dazu zitiert er nicht nur Volkslieder und -tänze, sondern breitet deren musikalische Faktur über die gesamte Komposition aus und fügt obendrein seine zum Chorstück erweiterte Orchesterfantasie Eine Nacht auf dem kahlen Berge von 1867 als Traum des Bauernburschen Grizko ein. Mehrere Komponisten versuchten, aus dem von Mussorgski hinterlassenen Material ein aufführbares Werk zu machen. Die zuletzt veröffentlichte Fassung von Lamm/Schebalin aus dem Jahre 1932 scheint den Absichten des Komponisten am nächsten zu kommen. Sie glättet nicht, sondern zollt dem »ungehobelten« Duktus des Werkes Rechnung.