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24.03.2017, 19:30 Uhr
Komische Oper Berlin
Repertoire
Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten (1787)
Libretto von Lorenzo Da Ponte / Deutsche Fassung von Sabrina Zwach
Musikalische Leitung Jordan de Souza
Inszenierung und Bühnenbild Herbert Fritsch
Kostüme Victoria Behr
Dramaturgie Johanna Wall,Sabrina Zwach
Chöre David Cavelius
Licht Franck Evin
Don Giovanni Günter Papendell
Donna Anna Birgitte Christensen
Don Ottavio Adrian Strooper
Komtur Bogdan Taloş
Donna Elvira Nina Bernsteiner
Leporello Philipp Meierhöfer
Masetto Denis Milo
Zerlina Julia Giebel

Dauer: 3 Stunden, 15 Minuten (eine Pause)
Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Foyer

Der Inbegriff des Verführers inspirierte Mozart zu einer seiner einflussreichsten Opern – frivol, witzig und tiefgründig in einem. Eine Steilvorlage für Herbert Fritsch, den Meister des theatralen Wahnwitzes, dessen dem Slapstick huldigender, hochmusikalischer Inszenierungsstil wie geschaffen ist für dieses »heitere Schauspiel« über tödliche Leidenschaften.

Don Juan – das ist kein Name, das ist ein Bekenntnis! Das Bekenntnis zu totaler Leidenschaft, Sinnlichkeit und Begehren. Nichts kann da im Wege stehen: weder ein entrüsteter Herr Papa, der lieber sein Leben als die Ehre der Tochter verliert, noch die Warnung jener Dame, die ihre Lektion bereits erteilt bekommen hat und es doch kein Stück besser weiß; nicht die zarte Unschuld der Braut am Hochzeitstag noch die rasende Eifersucht des gehörnten Bräutigams. Alle sind sie am Schluss hinter ihm her: Don Juan – der Getriebene, der Lebenshungrige und Liebesdurstige, bei dem auch nicht mehr alles so klappt wie früher. Nicht mal richtig zum Singen kommt er auf seiner rastlosen Grand Tour d’Amour. Für sein Bekenntnis aber geht er über Leichen. Am Ende sogar über die eigene.

Kein anderes Werk Mozarts demonstriert auf so konsequente Weise die Total-Attacke auf jegliche Konvention – und das nicht nur inhaltlich, sondern auch formal. Hier purzeln die neuen Figuren, die nichts verbindet außer der ständig flüchtigen Hauptperson, nur so auf die Bühne. Gleich am Anfang gibt es das finale Messerstechen und bis zum bitter-absurden Ende geht es weiter Schlag auf Schlag und drunter und drüber. Das jedoch in überirdisch schönen Tönen. Regisseur Herbert Fritsch besinnt sich in seiner Lesart des Don Giovanni auf den archetypischen Kern des Don Juan und erweckt ihn als boshaften Harlekin zu neuem Leben – ein Verlierer, dreist, komisch zum Totlachen und unwiderstehlich zugleich, gehüllt in die lasziv-verspielte, tiefschwarze Spitze der Musik Mozarts.

Im Repertoire seit 30. November 2014