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07.05.2017, 19:00 Uhr
Komische Oper Berlin
Heute Nacht oder nie
Die Spoliansky-Revue [2015]
Textfassung von Stefan Huber
Musikalisches Arrangement von Kai Tietje
Musikalische Leitung Kai Tietje
Inszenierung Stefan Huber
Kostüme Heike Seidler
Choreographie Danny Costello
Dramaturgie Johanna Wall
Licht Diego Leetz
Die Lesbe Christoph Marti
Der Bonze Tobias Bonn
Die Hure Andreja Schneider
Der Beamte Stefan Kurt
Das Fräulein Mirka Wagner
Der Taxichauffeur Christoph Späth
Der Provinzler Johannes Dunz
Der KIavierspieler Kai Tietje

Dauer: 1 Stunde, 30 Minuten (ohne Pause)

Nach ihrem überwältigenden Erfolg in der Operette Clivia kehren die Geschwister Pfister und Schauspieler Stefan Kurt mit einer Hommage an den Meister des unterhaltsamen satirischen Kabarettsongs und der großen Revuen der Weimarer Republik zurück: eine opulente Vorbühnenshow – mit bekannten und weniger bekannten Juwelen aus der Feder des jüdisch-russischen Komponisten Mischa Spoliansky.

Er gehörte zu den ganz Großen der Weimarer Republik – und doch hat sein Name nie den Bekanntheitsgrad erlangt wie der seines Mitstreiters Friedrich Hollaender, an dessen Seite Mischa Spoliansky allabendlich in Max Reinhardts berühmtem Kabarett »Schall und Rauch« im Keller des Großen Schauspielhauses musizierte und komponierte. Songs wie »Morphium«, geschrieben für die bisexuelle Erotik-Tänzerin Anita Berber, oder »Das lila Lied«, das zur Hymne sexueller Minderheiten avancierte, waren die Hits jener Jahre zwischen den beiden Weltkriegen. Mit Revuen und Revue-Operetten wie Es liegt in der Luft (mit Marlene Dietrich, die in einer Nebenrolle das anzügliche »Wenn die beste Freundin« sang), Zwei Krawatten (erneut mit Marlene Dietrich, dieses Mal in der Hauptrolle), Alles Schwindel , Rufen Sie Herrn Plim! oder 100 Meter Glück gehörte der stets zurückhaltend bescheidene Spoliansky zu den Stars der Unterhaltungsbranche.

Wie Friedrich Hollaender und so viele andere musste auch der in Russland geborene Jude Spoliansky, der die drohende »braune Macht« in zahlreichen Songs mit beißendem Spott bedacht hatte, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Deutschland verlassen. Aufgrund seines internationalen Ruhms konnte er seine Karriere im englischen Exil vor allem als Filmkomponist fortsetzen. Er starb 1985 im Alter von 86 Jahren in London. Seine Melodien aber sind längst unsterblich geworden.

Im Repertoire seit 1. April 2016