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17.04.2017, 19:00 Uhr
Komische Oper Berlin
Les Contes d'Hoffmann
Opéra fantastique in fünf Akten [1881] | In französischer und deutscher Sprache
Libretto von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Drama von Jules Barbier und Michel Carré. Herausgegeben von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck. Bariton-Fassung dieser Oper rekonstruiert von Michael Kaye. Mit freundlicher Genehmigung von Schott Music.
Musikalische Leitung Stefan Soltesz
Inszenierung Barrie Kosky
Bühnenbild und Kostüme Katrin Lea Tag
Dramaturgie Ulrich Lenz
Chöre David Cavelius
Licht Diego Leetz
Hoffmann 1 Uwe Schönbeck
Hoffmann 2 Tom Erik Lie
Hoffmann 3 Alexander Lewis
Stella / Olympia / Antonia / Giulietta Nicole Chevalier
La Muse / La mère d’Antonia Karolina Gumos
Lindorf/Coppélius/Le docteur Miracle/ Dapertutto Oliver Zwarg
Andrès/Spalanzani/ Pitichinaccio Ivan Turšić
Cochenille/Crespel/Peter Schlémil Philipp Meierhöfer

Dauer: 3 Stunden (eine Pause)
Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Regisseur Barrie Kosky erzählt Offenbachs skurril-fantastische Geschichte als verstörenden Alptraum eines Künstlers, der des eigenen Ichs mehr und mehr verlustig zu gehen droht, – mit nur einer Sopranistin in allen vier Frauenrollen, aber drei Hoffmann-Darstellern. Dabei wird die Titelpartie in den ersten beiden Akten der Oper zum ersten Mal in ihrer 130-jährigen Aufführungsgeschichte so gesungen, wie der Komponist sie ursprünglich geplant hatte: von einem Bariton!

Mozarts Don Giovanni wird in Hoffmanns übersteigertem Empfinden zum Ausgangspunkt einer vom Wahnsinn getriebenen Reise durch bizarre Welten. Hoffmanns abgöttische Bewunderung für die Sängerin Stella in der Rolle der Donna Anna gebiert immer neue Frauenbilder: die Puppe Olympia, die seelenlose Kunststücke präsentiert; die Sängerin Antonia, die sich zu Tode singt; die Kurtisane Giulietta, die Hoffmanns Spiegelbild raubt. Skurrile Nachtgestalten wie Olympias Schöpfer Spalanzani oder der furchterregende Augenverkäufer Coppelius, Antonias gestrenger Vater Crespel oder der diabolische Doktor Mirakel, der überdrehte Pitichinaccio oder der zwielichtige Dapertutto lassen Hoffmanns imaginäre Reise zum albtraumartigen Horrortrip werden. Am Ende bietet selbst Mozart keine Rettung mehr. Verfolgt von den eigenen Dämonen, hat sich Hoffmann längst in seinen Fantasien und Angstträumen verloren.

Der bis heute anhaltende Erfolg von Offenbachs unter schwierigen Umständen erst posthum uraufgeführter fantastischer Oper ist nicht allein ihrer fantasievollen Handlung zu verdanken, sondern vor allem dem nicht enden wollenden Ideenreichtum der Offenbachschen Partitur. »Das Lied von Kleinzack«, die Arie der Olympia oder die berühmte Barcarole sind nur drei ihrer zahlreichen Glanznummern. Offenbach, der Kölner Jude in Paris, hat in seiner Musik Jüdisches, Deutsches und Französisches in faszinierender Weise zu etwas Neuem vermischt, das die Pariser Musikwelt so sehr geprägt hat, dass es uns heutzutage als genuin französisch erscheint.

Im Repertoire seit 2. Oktober 2015