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30.04.2017, 18:00 Uhr
Komische Oper Berlin
Repertoire

Ball im Savoy
Operette in zwei Akten (1932)
Text von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda
Musikalische Leitung Adam Benzwi
Inszenierung Barrie Kosky
Bühnenbild/Licht Klaus Grünberg
Kostüme Esther Bialas
Choreographie Otto Pichler
Dramaturgie Pavel B. Jiracek
Chöre David Cavelius
Marquis Aristide de Faublas Christoph Späth
Madeleine de Faublas, seine Frau Dagmar Manzel
Mustafa Bey, Attaché bei der türkischen Botschaft in Paris Helmut Baumann
Daisy Darlington, Jazzkomponistin Katharine Mehrling
Tangolita, Argentinische Tänzerin Agnes Zwierko
Archibald, Kammerdiener Aristides Peter Renz
Bébé, Zofe Madeleines Christiane Oertel
Célestin Formant Theo Rüster
Pomerol, Ober im Savoy Peter Renz
Monsieur Albert Frank Baer
René Matthias Spenke
Pierre, Conférencier im Savoy Peter Renz
Savoy Boys Lindenquintett Berlin

Dauer: 3 Stunden, 15 Minuten (eine Pause)
Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer

Als mitreißende Mischung aus Berliner Jazz, ungarischem Csárdás, wienerischem Schmelz und jiddischem Klezmer erzählt Ball im Savoy eine verrückte Geschichte rund um ein frisch vermähltes Society-Paar, dessen Treue auf die Probe gestellt wird. Ein funkelndes Spektakel, und mittendrin drei der großen Operetten-Diven unserer Tage: Dagmar Manzel, Katharine Mehrling und Helmut Baumann.

Das 1932 in Berlin (mit dem Orchester des Metropol-Theaters) uraufgeführte Meisterstück aus der Feder des jüdisch-ungarischen Komponisten Paul Abraham spiegelt das ausgelassene Lebensgefühl seiner Zeit wider und ist eine schillernde Revue rund um Liebe, Sex & Paso Doble. Getanzt wird auf einem feucht-fröhlichen Ball im Hotel Savoy, zu dem sich ein kunterbuntes Völkchen aus aller Herren Länder versammelt hat. Hier steppt nicht nur der Bär, hier hüpft sogar das »Känguruh« – so der Name eines fetzigen Tanzes, dem zu Beginn der Operette gehuldigt wird. Ebenso sprunghaft ist auch die Liebe, und so schwanken die Protagonisten zwischen Promiskuität und ehelicher Treue hin und her. Dabei gilt: gleiches Recht für alle, egal welchen Geschlechts …

In dieser verrückten, temporeichen Komödie trifft doppelbödiger Humor à la Feydeau auf die Bissigkeit einer Fledermaus – zu jazzigen Foxtrottklängen! Unter der Oberfläche bürgerlicher Moral brodelt es gehörig. Nur im Tanz lässt der Druck sich entladen. Zwar sollte sich der Tanz im Savoy alsbald als ein Tanz auf dem Vulkan erweisen und mit der politischen Zeitenwende ein abruptes Ende finden. Doch mit seinen weltoffenen Charakteren und glänzenden Shownummern wie »Wenn wir Türken küssen« und »Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehen« schuf Abraham ein Meisterwerk auf dem Gebiet der Operette, das nicht zuletzt dank Barrie Koskys Neuinszenierung der Vergessenheit wieder entrissen werden konnte.

Im Repertoire seit 9. Juni 2013